Wildbad Innichen

Die Ruine des Wildbades Innichen liegt in Südtirol südöstlich von Innichen im Pustertal am Eingang ins Sexten Tal auf 1.336 Metern über dem Meeresspiegel am Fuß des Haunolds (Dolomiten).

Dort befindet sich eine Quelle, heute als Trinkwasser von Innichen und zur Abfüllung unter der Marke Kaiserwasser genutzt (Mineralwasser und andere Getränke). Weil der Quelle, seit 1586 urkundlich, heilsame Wirkung zugesprochen wurde, entstand dort 1856 ein Kurhotel, gegründet von dem österreichischen Arzt Graf Johann Scheiber, dann mehrfach erweitert durch seine Tochter und deren Ehemann, Graf Bercker.

Johann Scheiber wurde 1823 in Landeck im Oberinntal geboren (Tirol), studierte in Innsbruck Medizin und wirkte dann als Gemeindearzt in Innichen. Dort erfuhr er von der Quelle und baute sie in seine Tätigkeit ein. Er erwarb 1856 die Quelle und erhielt vom Kollegiatsstift Innichen die Rechte als „Bader“ tätig sein zu können. Daraus entstand dann das Hotel.

Die Geschichte des Ortes reicht bis in die Römerzeit zurück, was durch Ausgrabungen von Münzen und Amphoren belegt ist.

Mit dem Ersten Weltkrieg kam das Ende für das Kurhotel. Mit der neuen Grenzziehung brach der bis dahin florierende Fremdenverkehr aus Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich ein. Italien machte die Grenzen Richtung deutschen Sprachraum dicht. Zudem verlagerte sich der Tourismus. Das Hotel lag etwas abgelegen und schattig. Seither verfällt es. Hinter den Tapeten wurdeeine Schicht Tagezeitungen angebracht, demnach wurde das Hotel 1910 das letzte mal renoviert. Seitdem ein schneereicher Winter (ca. 2008) die Dächer eingedrückt hat schreitet der Verfall rapide voran.

Am Wildbad liegt auch die Kapelle St. Salvator, die 1591 vom Stiftsdekan Hieronymus Schüssier erbaut wurde.

Eintrag im Monumentbrowser des Südtiroler Landesdenkmalamtes.

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