Kloster Brilon-Wald

An der Bundesstraße 251 in Brilon-Wald, Korbacher Str. 89, ziemlich unscheinbar, gibt es ein Anwesen, das zuletzt vom Karmel-Kloster St. Josef genutzt wurde. Vor und nach dem Krieg wurde das Gebäude von Vinzentinerinnen als Sanatorium genutzt.

Am 1. September 1982 eröffnete die Priesterbruderschaft St. Pius X. mit 12 Schülern, die sich auf die Klassen 5, 6 und 7 verteilten, sowie einem Schulleiter und einem Priester mit vier weiteren Lehrern das Gebäude als Jungenschule. Aus dieser ging später das Don-Bosco-Gymnasium in Wadersloh-Diestedde hervor. Der Umzug der Schule, die von der Schulbehörde zunächst nicht anerkannt wurde, erfolgte ein Jahr später. Im Jahr 2007 schloß die Priesterbruderschaft St. Pius X. das Don-Bosco-Gymnasium. 1)

Seit dem 2. Februar 1984 wurde das Gebäude als Kloster für den Karmel St. Josef genutzt. Kurz zuvor legte Schwester Marie Theonilla die ewigen Gelübde im Mutterhaus des traditionellen Karmels (gegründet von der Schwester Erzbischofs Marcel Lefebvres) in Quiévrain ab.

Ende der 80er bzw. Anfang der 90er kaufte der Karmel ein Wohnhaus in direkter Nachbarschaft, welches zuletzt als Bordell genutzt wurde. Dieses Gebäude wurde nun als Unterkunft für Gäste (Exerzitienteilnehmer) und den Spiritual (gestellt von der Priesterbruderschaft St. Pius X.) genutzt.

Im Winter 2012/2013 entschlossen sich die Schwestern, die Verbindung zur Piusbruderschaft zu kappen, nachdem diese zuvor Weihbischof Richard Williamson wegen Ungehorsams ausgeschlossen hatte 2). Offiziell unterstellten die Schwestern, Bischof Williamson und der letzte Spriritual P. Bernhard Zaby, der Bruderschaft „Liberalismus“. Zuvor verließ fluchtartig die Außenschwester 3) Brilon-Wald, da sie die sedisvakantistische Richtung nicht akzeptieren konnte. Sie lebt heute im Mutterhaus des traditionellen Karmels in Quiévrain.4)

Am 6. Oktober 2013 verließen die letzten acht Schwestern das Klostergebäude und zogen in die Nähe von Altötting nach Kastl in einen runtergekommenen alten Bauernhof.5) 6) Mutmaßlich wurden die Schwestern von P. Zaby überredet, der lieber im Süden leben wollte und den Ausschluß von Bischof Williamson nutzte, die Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verlassen. Er wurde kurze Zeit später von den Schwestern entlassen und zählt heute zu den sedisvakantistischen Priestern. Er lebt derzeit im sedisvakantistischen Kloster Marienberg in Häusern.

Das Kloster im Brilon-Wald hat es nicht geschafft, von den zahlreichen Berufungen Schwestern zu halten. Die jungen Frauen, die das Kloster vor Ablegung der Gelübde verließen, kritisierten unter anderem die Zensur der Priorin. Bereits in den 80er und 90er Jahren markierte die Priorin Artikel in Publikationen der Priesterbruderschaft St. Pius X., die nicht gelesen werden sollen.

Nachdem die Schwestern die Gebäude verlassen hatten, gingen sie und die Piusbruderschaft davon aus, daß die Gebäude wieder in den Besitz der Piusbruderschaft übergehen. Sinngemäß steht in dem 1984 geschlossenem Vertrag, „wenn das Gebäude bis 1993 verlassen wird oder wenn es zu einem anderem Zweck verwendet wird, dann gehören die Gebäude wieder der Piusbruderschaft“. Die Vereinigung St. Pius X. e.V., die bis zum Bundesgerichtshof zog, blieb erfolglos. Seitdem warten die Schwestern auf einen Käufer für die Kapelle, das Klostergebäude und das Wohnhaus.

Der potentielle Käufer der Gebäude wird die Auflage übernehmen müssen, daß die Kapelle erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Diese Bedingung schrieben die Vinzentinerinnen bereits in den Vertrag.

Der Unterhalt der verlassenen Gebäude muß Unmengen kosten. Daß jemand an einer lauten Bundesstraße die abgelegenen Gebäude mit Kapelle nutzen möchte, ist eher unwahrscheinlich. Leerstehende Klostergebäude gibt es in Deutschland vermutlich zahlreiche.

Leider konnte ich die Gebäude nicht von innen fotografieren. Am 4. August teilte mir Schwester Maria Theonilla, Priorin seit 1984, per E-Mail mit, daß sie kein Interesse an einer Bildreportage habe.

Zugang zur Kapelle
Zugang zur Kapelle
Kapelle, links Schwesternchor
Glockenturm und Kapelleneingang
Vorplatz
Klingel, Mauerwerk ist bereits völlig naß
Schwesternchor, rechts Kapelle
Klosterpforte, Korbacher Str. 89, 59929 Brilon
Klingel fuktioniert
Das Gebäude an der B 251
Blick auf das Gebäude vom Parkplatz Gästehaus aus.
Blick über das Tor in den ehemaligen Klostergarten
Klostergarten
Mangold, Himbeeren, Salat, Erbsen, Karotten und Rote Beete wuchsen einst im Klostergarten
Priester- und Gästehaus.
Klingel des Priester- und Gästehauses.
Garten des Priester- und Gästehauses
Garten des Priester- und Gästehauses
Garten des Priester- und Gästehauses
Ehemalige Mariengrotte im Garten des Priester- und Gästehauses

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1. Katholisches.info: Priesterbruderschaft St. Pius X. schließt ihr Gymnasium in Diestedde
2. Katholisches.info: Piusbruderschaft schließt Bischof Williamson aus
3. Damit die Klausur nach den Vorschriften gehalten werden konnte, mußte es auch eine Schwester geben, die für die Dienste nach Außen hin (Pforte, das Besorgen von notwendigen Sachen usw.) bestimmt war.
4. Katholisches.info: Deutscher Zweig der Karmelitinnen löst sich von der Piusbruderschaft
5. https://archive.is/FOkbD
6. Katholisches.info: Schwestern des Karmels verlassen Brilon Wald

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